Zwangsneurose „Patriaphobie“

patriot1Patriotismus und Nationalismus und Menschen, die unter der ständigen Zwangsneurose „Patriaphobie“ leiden ! – „Patriaphobie“ ist eine Wortschöpfung von mir und setzt sich aus dem lateinischen Wort „patria“ Vaterland und dem altgriechischen „phobos“ Furcht zusammen. Ich benutze diesen Begriff, erstens, weil ich keinen besseren gefunden habe, der die Sache trifft und zweitens, weil sich im Diskurs um „Vaterlandsliebe“ bzw. Patriotismus ein Genre des Abscheulichen, des Verabscheuungswürdigen gebildet hat, das man grundsätzlich ächten muß. Quasi als staatsbürgerliche Pflichtübung !
Schon allein der pure Verdacht der nationalsozialistischen Szene zugehörig zu sein reicht offenbar schon aus, um einen gehörigen Bogen um die historische Vergangenheit zu schlagen. Linksliberale fürchten die ehrliche Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit wie der Teufel das Weihwasser ! Sie bedienen sich der typisierten Schlagworte aus dem Vokabular der „Agenda gegen alles Kapitalistische wie Nationale“ und „Patriotische“ und setzen sie sofort mit dem Wiederaufkeimen nationalsozialistischen Gedankenguts gleich.

Den Teufel mit dem Belzebub austreiben heißt für sie, sich unter allen Umständen zu den „Segnungen“ Europas zu bekennen, um nicht in Verdacht zu geraten, Nationalsozialist zu sein. Will heißen, jeder der ein Patriot ist, ist gleich ausländerfeindlich. Das ist krank. Und so wird gleich mal beim ersten Anfangsverdacht vorsorglich der „casus belli“ ausgerufen – beim Phenomenon Patriotismus.

Es hat sich nicht nur unter den Marktradikalen, sondern auch unter den Linksliberalen eine gefährliche Tendenz zum „Apatriotischen“, zur „Patriaphobie“ entwickelt, die sich als mentales Krankheitsbild in Intoleranz und in letzter Konsequenz in Nichtidentität äußert. Marktradikale ( Neoliberale ) und Linksliberale halten sich in der Frage und der Ablehnung des Patriotseins einträchtig die Stange.Dies halte ich für gefährlich. Gefährlich deshalb, weil diese Nichtidentität dazu führt, in der Form der Zwangsneurose zur martialisch – masochistischen Verleugnung der eigenen persönlichen Würde führt, wie wir sie heute allenthalben bei vielen Menschen als katastrophales mentales Endergebnis einer hirnwaschenden linken wie bürgerlichen Elite besichtigen können.Hätten die Menschen noch ihre Identität, die sich auch – und selbstverständlich – auf ihr soziales Umfeld, der nationalen Herkunft und ihren Bezugspunkten bezieht, und würden sie nicht aus Angst vor Ungnade ihre persönliche Identität, ihre berechtigten Ansprüche bis zur Unkenntlichkeit verschleiern aus Angst, sie würden dann ( z.B. ) als Nationalsozialisten gelten, wäre die Agenda 2010 und Hartz IV niemals möglich gewesen !

Eine andere Gefahr ist, daß sich von den Bespuckern jeglichen patriotischen Gefühls die Vereinzelung von Menschen gleichen Schicksals ausgeht und die Rettung der eigenen Haut Priorität genießt, noch vor aller Solidarität. Solidarisches Handeln wird von der egozentrischen Mehrheitsgesellschaft auf diese Weise erfolgreich verhindert. „Patriaphobie“ als probates Phenomenon unpopuläre politische Ziele marktradikaler Gruppen „mehrheitsfähig“ zu machen. Und auch die Linken benutzen diese Praxis der Gehirnwäsche für ihr ideologisches Kalkül.

Individualisierung ist das für die heutige politische Situation das erschreckende Endergebnis eines gewollten politischen Prozesses, der den ( kriminellen ) Machthabern in unserer Gesellschaft ein willfähriges, uneins gebliebenes Volk beschert. So können sich alle sozialen Kürzungen, alle propagandistischen Sprüche der egoistischen Mehrheitsgesellschaft fast widerstandslos durchsetzen: „Sozial ist was Arbeit schafft“ oder „Wir brauchen die private Vorsorge in der Rente„, „Leistung muß sich wieder lohnen„, „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen„, „Hartz IV-Empfänger sind grundsätzlich alle Sozialschmarotzer„.

Oder:

Alles ist neu, deswegen können wir nicht mehr die ( erfolgreiche ) Politik der ´60 und ´70er Jahre fortführen“. Oder: „Wir müssen uns der Globalisierung stellen„.

Patriot sein heißt auch, sich schützend vor den Schwächeren stellen – also auch Schutz vor einer unter Umständen egoistischen, egozentrierten Mehrheitsgesellschaft, die von der Politik durchaus gewollt und gewünscht ist – und bedeutet gleichzeitig aber auch den persönlichen Schutz vor solchen demagogischen Sprüchen wie ich sie oben beschrieben habe.

Um die Begriffe Patriotismus und Nationalismus voneinander abgrenzen zu können, muss man diese zunächst einmal definieren. Historisch gesehen hat sich der Begriff des Patriotismus durch die amerikanische Revolution 1776 und die französische Revolution 1789 entwickelt. Unter Patriotismus versteht man die besondere Wertschätzung von Leistungen der eigenen Nation, die durch historische, politische, kulturelle oder ethnische Verbundenheit erreicht wurde. Es entsteht ein starkes emotionales Zugehörigkeitsgefühl und Treue zur Heimat  ( Kultur, Land oder Nation ) , wobei die nationale Eigenart erhalten werden soll. Diese starken emotionalen Bindungen an Institutionen, Werte, Normen und Traditionen gehen einher mit Symbolen, wie beispielsweise Feier- und Gedenktagen, der Nationalhymne und der Nationalflagge – und sie führen dazu, dass die Belange und die Entwicklung der Heimat von großer Bedeutung für den Einzelnen sind.Neben dem Zugehörigkeitsgefühl entwickelt sich auch ein Gefühl der Betroffenheit, Mitgefühl oder der Verantwortung, welches sich auch im alltäglichen Leben widerspiegeln kann. So entsteht Mitgefühl, wenn viele Menschen einer Nation bei einem Unglück, wie beispielsweise dem Absturz der Birgin Air vor der Küste der Dominikanischen Republik oder der Concorde in Paris, zum Opfer fallen und ihr Leben verlieren. Oder das jüngste Beispiel, der Selbstmord eines HartzIV-Empfängers, der sein Schicksal nicht mehr ertragen konnte.

Beispiele für Betroffenheit kann man überspitzt zum Beispiel auch auf Mallorca finden, wenn sich Deutsche derart daneben benehmen, dass man sich für die gesamte Nation schämen muss.

Daneben gibt es auch Betroffenheit und Mitgefühl, wenn Menschen durch rechtsradikale Anschläge, wie in Solingen und Mölln geschehen, ums Leben kommen. Gerade bei solchen Anlässen entwickelt sich das Gefühl der Verantwortung und es entsteht ein kollektives Schamgefühl, nicht zuletzt durch die Erinnerung an die Verbrechen der Deutschen im Nationalsozialismus. Das Interesse am Bild der eigenen Nation in der Welt hat eine große Bedeutung.

Patriotismus kann im positiven Sinne als Bekenntnis zur demokratischen Grundordnung und demokratischen Grundlage der Gesellschaft eines Landes verstanden werden und leistet insofern auch die Verteidigung der Grund- und Menschenrechte. Ein positives patriotisches Erlebnis, was mit einem bisher nie da gewesenen, völlig entspannten „Wir-Gefühl“ in Deutschland stattgefunden hat, war 2006 die Fußball Weltmeisterschaft. War es vor der WM aufgrund der deutschen Vergangenheit noch geradezu unmöglich, beispielsweise mit schwarz-rot-goldenen Utensilien auf die Straße zu gehen oder sich Deutschland-Fahnen ans Auto zu heften, so gab es während und auch nach der WM eine Änderung dieser Denkweise und eine Normalisierung des Patriotismus in Deutschland, wie er in anderen Ländern teilweise selbstverständlich ist. Auf dieses Phänomen wurde sogar die ausländische Presse aufmerksam, die es regelrecht begrüßte, dass die deutsche Bevölkerung offenbar endlich ein „gesundes“ Verhältnis zu sich selbst gefunden habe.

Nationalismus bezeichnet eine politische Strömung, die aus einer traditionellen, sprachlichen, kulturellen oder historischen Gemeinschaft von Personen, Völkern und Nationen das Recht auf staatliche Selbstbestimmung ableitet und einen Nationalstaat hervorbringt.Das Verhältnis zwischen Völkern, Nationen, Ländern oder Kulturen wird häufig als Unterscheidungskriterium herangezogen, wobei die eigene Heimat als überlegener angesehen wird. Der besondere Nationalcharakter soll bewahrt und gestärkt werden. Er kann sich gegen Minderheiten selbst im eigenen Land richten und somit zum offenen Rassismus führen.Es soll eine klare kulturelle, politische, ökonomische oder auch religiöse Besonderheit und Überlegenheit verdeutlicht werden und die Macht der eigenen Nation wird als höchste Priorität angesehen.

Der so genannte Chauvinismus als Steigerung von Nationalismus ) und der religiöse Chauvinismus, wie im Irak und Afghanistan wird für die Politik sehr oft zum alleinigen obersten Maßstab und führt beispielsweise in ökonomischen Fragen zu Konflikten und kann in territorialen Fragen sogar kriegerische Auseinandersetzungen mit ethnischer wie religiöser Motivation mit sich bringen.Beispiele hierfür sind die kriegerischen Auseinandersetzungen in Jugoslawien zu Beginn der 90er Jahre, die zehntausenden Menschen das Leben kosteten.Auf dem Höhepunkt des Nationalismus in Deutschland zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde die Grundlage für den späteren Nationalsozialismus geschaffen, der für die Menschheit eine der größten Tragödien bedeutete. Dies ist ein weiteres Beispiel für Steigerungsformen des extremen Nationalismus.Die Unterschiede zwischen Patriotismus und Nationalismus sind also durch Ihre unterschiedlichen möglichen Wirkungen bestimmt. Am besten kann man für diese Thematik ein Zitat der Rede von Johannes Rau vom 09. November 2000 verwenden:

„Wir dürfen Patriotismus niemals mit Nationalismus verwechseln. Ein Patriot ist einer, der sein eigenes Vaterland liebt. Ein Nationalist ist einer, der die Vaterländer der anderen verachtet“.

Ich möchte hinzufügen:

Wer kein Patriot sein will, verachtet auch seine Mitmenschen, ist ein Egoist und hat sich längst der egozentrierten Mehrheitsgesellschaft unterworfen !

Das Zitat also, das von Johannes Rau in diesem Zusammenhang verwendet wird, ist ohne Verdacht und daher korrekt – wenn man schon mal den neudeutschen Begriff „political correctness“ in diesem Kontext verwenden darf.

Peter Christian Nowak
Redaktion: ! Tacheles – Im Namen des Volkes ?!
OK-Ludwigshafen Fernsehen. Tel. 0176 520 800 50

Das Bücken und Schmiegen vor einem Menschen ist in jedem Fall eines Menschen unwürdig. Wer sich zum Wurm macht, kann nachher nicht klagen, dass er mit Füßen getreten wird. ( Immanuel Kant, Philosoph aus Königsberg )

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2 Antworten

  1. Zitat: „Wer kein Patriot sein will, verachtet auch seine Mitmenschen, ist ein Egoist und hat sich längst der egozentrierten Mehrheitsgesellschaft unterworfen !“
    Puh, den Artikel und vor allem Deine Argumentation finde ich derart an den Haaren herbei gezogen, dass ich versucht bin, einfach die Seite zu schliessen und erst beim nächsten Artikel wieder zu kommen.
    Ich bezeichne mich nicht als Patriot und kann allgemein mit dem Begriff genauso wenig anfangen mit dem Begriff „Vaterland“. Damit geht es mir wie viele Linke. Und nein, ich muß kein Patriot sein, um sozial engagiert zu sein. „Vaterlandsliebe“ ist die Liebe zu einem menschlich erschaffenen Gebilde, soziales Engagement hingegen hat etwas mit Nächstenliebe und Mitgefühl zu tun.
    Und ganz ehrlich: Deine Aussage geht mir ziemlich auf den Sack.

    PS: Der neue „Nationalstolz der Deutschen“, dieser „Patriotismus“ hat übrigens nach der WM zu keiner nennenswerten Änderung der sozialen Lage in diesem Lande geführt.

  2. Hallo Christian , zuerst einmal , kurze Berichtigung – diesen Beitrag schrieb diesmal nicht ich sondern mein geistiger Ziehvater und Mentor Peter C. Nowak , wie auch im übrigen am Ende zu lesen sein sollte.

    Nichts desto trotz teile ich deren Ansicht , den wenn man die Hintergundinformationen zu uns/mir weiß , könnte man es verstehen warum dieser Artikel geschrieben wurde.

    Kurze Info dazu : mehrmals wurden wir oder mal ich als Rechts eingestufft ! Ohne dessen Wahrheitsgehalt zu prüfen ! Und obedrein gibt es keinerlei Gründe , Beweise oder Fakten dies zu behaupten. Und ich bin es Leid immer wieder mich rechtfertigen zu müssen – das ich Mitglied der Linkspartei bin und keinerlei Rechtes gedankengut pflege oder unterstütze !

    In diesem Sinne , freundlichen Gruß , Dirk

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