Mahnwache – Abschiebe Fall in der Rhein Neckar Metropole

bild9Der jüngste Abschiebe Fall in der Rhein Neckar Metropole geht  vielen Menschen emotional förmlich unter die Haut – Völlig unvorbereitet wurde am Dienstag, den 04. November 2008 eine fünfköpfige Ludwigshafener Familie mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und aufgefordert, sofort die Bundesrepublik Deutschland zu verlassen. Ohne Federlesen wurden Dulsa Berisha und vier ihrer jugendlichen Kinder – teilweise in Handschellen – zum Flughafen Baden Baden/Karlsruhe verfrachtet und in ein Flugzeug in Richtung Kosovo gesetzt.

Stunden später stand die Familie mit nur geringen albanischen Sprachkenntnissen, psychisch noch geschockt, in Pristina hilflos auf der Straße,  – ohne Gepäck und Ausweispapiere, ohne Unterkunft und Medikamente, ohne finanzielle Mittel ( bis auf 100.- Euro ) . Mit  ihrem letzten Geld ist Frau Berisha dann in Richtung der albanisch-montenegrinischen Grenze gereist, in der vagen Hoffnung, fürs erste von Verwanden ihres geschiedenen Ex-Ehemann mit ihren Kindern aufgenommen zu werden.

Aber es ist anders gekommen:

Die Familie lebt jetzt seit 15 Tagen in der Stadt Peja bei Fremden unter erbärmlichen Bedingungen in einem Haus bei Fremden. Geschlafen wird auf dem blanken Fußboden (es gibt schon Minusgrade), die sanitären Bedingungen sind miserabel.Allein die Lage der gesundheitlich angeschlagenen Dulsa Berisha  ist verzweifelt . Seit dem Tag der Abschiebung hat sie keine Medikamente mehr eingenommen, sie liegen noch in Ludwigshafen. Für die herzkranke Frau war übrigens demnächst eine Herzoperation geplant.

Die Familie Berisha lebte seit 17 Jahren in einer Sammelunterkunft zwischen den Stadtteilen Mundenheim und Rheingönnheim. Sie liegt am „Rampenweg„, einer abgelegenen Straße, die vom Namen her für behördlich abgeschobene Personen durchaus eine zynische Bedeutung hat. Nur eine Tochter ist der schlimmen Abschiebung entkommen. Die anderen Geschwister hatten leider kein Glück. Aus ihrer Heimatstadt Ludwigshafen wurden folgende Geschwister vertrieben:

Milaim Berisha, 21 Jahre alt und Vater von zwei (kurpfälzischen) Kleinkindern,
Mirson Bersiha, dieser junge Mann ist erst17 Jahre und hat
Edison Bersiha zum Bruder, der nur ein Jahr jünger ist.
Berlinda Berisha ist 14 Jahren das Nesthäkchen der Familie.

Noch nicht abgeschoben ist:

Mary Berisha, sie übernachtete am 04.11.08 bei Freunden und ist scheinbar untergetaucht.

In dem vorliegenden Abschiebe-Fall ist die Ludwigshafener Ausländerbehörde  im Erklärungsnotstand. Offenbar sollte hier eine Abschiebung um jeden Preis erfolgen. Der neue Abteilungsleiter Jürgen Blaul verhält sich bedeckt, er äußerst sich auf Fragen von Angehörigen oder der Presse nicht konkret. Auch in dieser Abschiebung wurden humanitäre und rechtliche Grundsätze missachtet, z.B. wurde die herzkranke Mutter vor ihrem Abtransport nicht medizinisch untersucht. Wie schon in anderen Abschiebe-Fällen, wurden alle abgeschobenen Familienmitglieder ohne Pässe aus Deutschland „entlassen“.

Der Versuch, die Schuld für diese inhumane Abschiebung letztendlich den Opfern in die Schuhe zu schieben, ist nicht neu. Um Flüchtlinge los zu werden, werden bevorzugt kleinere oder größere Gesetzesverstösse einzelner Familienmitglieder von den Verantwortlichen als Begründung  für eine Abschiebung angeführt. Das hierbei unter anderem nach dem Grundsatz der Sippenhaft verfahren wird, drängt sich im Fall „Berisha“ auf.

Statt der Familie eine Bleiberecht zu gewähren und sie in eine normales Wohnumfeld zu integrieren, wurde die Mutter mit ihren teilweise schon großen Kindern gnadenlos abgeschoben, ohne Rücksicht auf  menschliches Leid und soziale Verpflichtungen.

Dagegen wendet sich die Mahnwache, die von Jugendlichen und Erwachsenen besucht wird, die ihre abgeschobenen Freundinnen und Freunde sehr bald wieder als Ludwigshafener Bürger begrüssen möchten. Es wird zur Solidarität mit der Familie Berisha aufgerufen, unter anderem auch vom Mannheimer Bündnis gegen Abschiebung und dem Verein SND e.V. ( Soziales Netzwerk Deutschland )

KOMMT  ZAHLREICH !

EINLADUNG  ZUR   2.  MAHNWACHE

>>> für „Abschiebe-Flüchtlinge“ in Not
>>> am Donnerstag, den 20. November 2008
>>> ab 16.30 Uhr vor dem Rathaus Center  ( Haupteingang )

„Wir verurteilen den rücksichtslosen Umgang mit Flüchtlingen und fordern ein Rückkehr Recht für Dulsa Berisha und ihre Kinder.“

Bündnis gegen Abschiebungen Mannheim

Kommentar von Dirk Grund dazu :

Auch wird einer der Gründer der APO Deutschland die NEUE Bewegung vor Ort sein um sich zum ersten zu Solidarisieren und zweitens NEUE Kontakte zu knüpfen um endlich zu zeigen das man mehr tun muss als nur immer darauf hinzuweisen das etwas UNRECHTES geschieht.Desweiteren mehr passieren muss als nur Demos und Mahnwachen von einer Handvoll von Menschen !

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