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Der Kaukasuskonflikt – um Öl und Vormachtstellung

Im Kalten Krieg – Um die Neue Weltordnung geht es, um Öl, um Vormachtstellung – der Kaukasuskonflikt. Wenn von der neuen “multipolaren Welt” nach dem Ende der amerikanischen Alleinherrschaft die Rede ist, wird neben China und Indien immer auch Russland als Zukunftsmacht genannt. Aber in Wirklichkeit gehört es nicht in diese Reihe. Es ist kein China. Die Bilder der vergangenen Tage, hier ein anachronistischer Imperialkrieg im Kaukasus und dort die Olympischen Spiele in Peking, hätten den Kontrast nicht schlagender demonstrieren können. Das chinesische Regime ist eine Diktatur, die Leistung des Landes aber real und gigantisch: Hunderte von Millionen aus mittelalterlicher Armut geholt, eine Jahrtausende alte Zivilisation zu neuer Größe geführt.

Das alles ist durch Arbeit geschehen – nicht, wie der russische Wiederaufstieg, dank eines hohen Erdölpreises, der auch die Erlöse aus dem Gasexport in Schwindel erregende Höhen getrieben hat. Wie die Chinesen auch ihre Machtstellung in der Welt ganz anders erobern als die Russen, nicht laut und grob, sondern leise und klug, nicht ohne imperialer Hinterhältigkeit, mit Investitionen in Afrika statt mit Bomben auf Tbilissi. Es hat etwas Tragisches, etwas von Fluch und Selbstverstümmelung, wie Russland sich mit Macho-Gesten den Weg in die politische Zukunft zu bahnen sucht. Im Krieg, jedenfalls in solchen halb Banditen haften Kriegen, lernt man nichts für das Leben in der Moderne; er belohnt die falschen Tugenden und bringt die falschen Leute an die Spitze.

Illusionen wird man sich über Russland nach diesen Tagen nicht mehr machen. Aber auch nicht über Europa und die USA, die an einer Natomitgliedsschaft Georgiens aus geostrategischen Gründen höchstes Interesse haben. Aber dieses bei allem Auftrumpfen innerlich angefressene und unsichere Land ist nicht der Nabel der Welt und dennoch für Europa wichtig, wenn Europa überleben will. Es wird sich zeigen, ob die Strategen der Neuen Weltordnung Recht behalten, oder ob die Taktik diplomatischen Muskelspiels die eigentlich notwendigen guten Beziehungen zu Russland elementar gefährden. Die Einschüchterungsmacht, mit der Russland seinen Nachbarschaftsimperialismus betreibt, ist von begrenzter Reichweite, die Gasreserven, die seinen Reichtum begründen, sind endlich. Die Zukunft wird anderen gehören. Das ist das Problem. Denn Afrika, Asien zeigen, dass sich wirtschaftliche Entwicklung nicht ausschließlich auf Rohstoffe gründet.

Kaukasuskonflikt

Kaukasuskonflikt

Die Grafik zeigt, worum Europa und die Vereinigten Staaten höchstes Interesse an der Einbindung des Kaukasus an den Westen haben: Es geht um das Schwarze Gold und um Erdgasressourcen.Die Stationierung der amerikanischen Mittelstreckenraketen in Polen und Tschechien sollen Russland “disziplinieren”.Russland droht seinerseits seine Atomraketen auf Europa zu richten und setzt die Abrüstungsgespräche mit den USA konventioneller Waffensysteme vielleicht auf immer aus.

De´ja`-vu Effekt: Kalter Krieg.

Auch der Westen hat nichts dazu gelernt; aus dem Jahrzehnte dauernden Kalten Krieg…….

Seit dem Machtwechsel von 2004 stiegen in Georgien die Verteidigungsausgaben enorm. Betrugen sie 2003 noch 52 Millionen Lari ( umgerechnet 24 Millionen US-Dollar ), verdreifachten sie sich im Jahr 2006 auf 139 Millionen Lari ( umgerechnet 78 Millionen US-Dollar ). Die realen Ausgaben sind aber viel höher. So kann sich zum Beispiel jeder potentielle Wehrdienstleistende aus der Armee freikaufen – vier Fünftel der Gelder fließen direkt in das Ministerium.

Nordkaukasien zum Beispiel, das “politisch” zu Russland gehört, wurde in nachsowjetischer Zeit vor allem als Transitregion für Erdöl aus dem kaspischen Raum wichtig. Die drei seit 1991 unabhängigen südkaukasischen Staaten Armenien, Aserbeidschan und Georgien sind als gleichberechtigte Mitglieder einer Vielzahl von internationalen Organisationen und Bündnissen in die internationale Politik eingebunden. Am  24. März 2006 entstand der Zusammenschluss von drei georgischen Staatsunternehmen, der Internationalen Georgischen Gasgesellschaft ( GIGC ), der Georgischen Ölgesellschaft ( GIOC ) und der Nationalen Georgischen Ölgesellschaft ( georgisch Saknawatobi ). Ihre Geschäftsfelder sind die Kontrolle des georgischen Gasnetzes , die internationale Ölversorgung und Verwaltung von Ölpipelines in Georgien sowie die Ölförderung auf georgischem Boden. Den Vorwurf, mit Energielieferungen Politik zu machen, zieht sich wie ein roter Faden durchs Land. Damals zum Beispiel stellte Gazprom die Lieferungen an Georgien vorübergehend ein, was zu Liefereinschränkungen auch in Deutschland geführt hatte. Auch mit Georgien war damals Streit ausgebrochen, nachdem Explosionen an einer Pipeline die Versorgung unterbrochen hatten. Georgien warf Russland damals Sabotage vor…….

Was aber wohl angesichts der Verteilung der Globalen Ressourcen , wichtiger wiegt ist die Tatsache das seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 der Kaukasus den  USA als Operationsbasis für den weltweiten “Kampf gegen den Terrorismus” dient. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass die Krisenregion Kaukasus zum Rückzugsgebiet radikaler Islamisten wird.

Peter Christian Nowak
Redaktion: !Tacheles – Im Namen des Volkes ?!

Eine Antwort

  1. toller Beitrag, Danke gerne wieder!

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