Ein bekanntes Nachrichtenmagazin aus Hamburg sieht in seiner jüngsten Ausgabe (1) „Das letzte Gefecht“ auf Kuba herannahen. Das journalistische Spiegel-Gefecht von Montag, dem 18. Februar 2008, wird am darauffolgenden Dienstag durch Schlagzeilen wie diese fortgeführt: „Castro-Rücktritt: Bush verlangt demokratischen Wandel in Kuba. … So sagte Bush am Dienstag im ruandischen Kigali. Er hoffe darauf, daß dies zu freien und fairen Wahlen auf der Karibik-Insel führe.“ (2) Der für diesen Text verantwortliche Journalist muß wohl – wie einige andere seiner Kollegen auch – übersehen haben, daß Castro gar nicht „zurückgetreten“ ist und daß es auf Kuba gerade Wahlen zur Nationalversammlung gegeben hat, die sicherlich auf eine andere Art als in den USA frei und fair gewesen sind!
Man muß auf Kuba nicht über Hunderttausende von Dollars oder gar über eine Milliarde Dollar Wahlgelder von freien Unternehmern, wie in den USA, aufgrund ‚fairer politischer Abmachungen verfügen, um auf der Karibik-Insel in ein höheres politisches Amt gewählt zu werden oder gar um das Präsidentenamt dort bekleiden zu können.Schon insofern ist das heutige Gerede von George W. Bush über die Freiheit schamlos. Völlig absurd wird es angesichts der freundschaftlichen Beziehungen der USA zu den Diktaturen der islamischen Welt, in denen sich zur politischen wie religiösen Unterdrückung die himmelschreiende Ausbeutung eines Sklavenheeres gesellt.
Zitat Fidel : Ich teile Ihnen mit, dass ich das Amt des Präsidenten des Staatsrats und des Chefkommandanten weder anstreben noch annehmen – ich wiederhole – weder anstreben noch annehmen werde. Die Financal Times Deutschland findet dann aber durch ihre Korrespondenten heraus, dass „Fidel Castros Rückzug“ die USA angeblich doch kalt lässt. Es lässt die USA nach Ansicht der deutschen Times der Finanzwelt so kalt, dass man erstens den US-Vizeaußenminister John Negroponte mit seiner Ansicht wiedergibt, „er könne sich nicht vorstellen, dass das US-Embargo gegen das Land bald aufgehoben werde.“(3) und dass man zweitens in der Online-Ausgabe dieser Zeitung die Leser daran erinnert, dass US-Präsident Bush seit längerem die „Kubaner zum Machtwechsel“ aufruft (4).
Doch alle diese Berichte haben eines gemeinsam: Man weiß wenig über Kuba und fast nichts über das Leben der kubanischen Bevölkerung und über deren politisches System. Deshalb ist es auch nur konsequent, wenn der Anlaß der derzeitig vielfältigen Berichterstattung, der Brief Fidel Castros an die kubanische Öffentlichkeit, auch nicht dokumentiert wird. In diesem Brief begründet Castro seinen Landsleuten, warum er nicht mehr als Kandidat für ein höheres politisches Amt zur Verfügung steht und welche Rolle er in Zukunft in Kuba einnehmen möchte.
Zudem weiß sein Bruder Raúl Castro auch, dass der Schatten seines Bruders nicht einfach verschwindet, wenn dieser kein formelles Amt mehr bekleidet. Nicht zufällig ist die von der Regierung zurzeit flächendeckend im Stadtbild und den Medien verbreitete Leitparole ein Fidel-Zitat: „Revolution„, so heißt es da, „bedeutet all das zu ändern, was geändert werden muss.„
Viele Menschen aber glauben in Kuba wird das Volk drangsaliert und geschunden,etc.Würden aber die USA nicht seit Jahrzehnten grundlos erbitterter Sanktionen gegen dieses schöne Land fahren, würde es den Leuten dort auch besser gehen. Das ist nicht die Schuld der Regierung, dass dort unter anderem, wirtschaftliche Probleme existieren. Man kann dem Staat keine „Mangelwirtschaft“ vorwerfen, wenn auf der anderen Seite der Export, und der Import von Medikamenten, Nahrungsmitteln und sämtlichen anderen Wirtschaftsgütern, sowie der Devisenhandel, hauptsächlich durch die USA, blockiert wird.
Eine andere Staatsform so scheint es kann die Bush Administrative ja nicht respektieren. Alles was nach der beschränkten Sicht der USA nicht wie eine „Demokratie“ aussieht, muss ja bekämpft werden, eine Besetzung wie im Irak hat dort ja nicht geklappt…….so ein Pech aber auch, also zieht man ergo ,die Wirtschafts-Joker-Karte. Das Castro das Land von einem Diktator befreit hat und die Regierung demokratisch gewählt ist, wird einfach ignoriert. Es ist erbärmlich.
Dass Castro als letzter Führer eines sozialistischen Landes auch den Zerfall der Sowjetunion und das Abgleiten der chinesischen Genossen in den Turbo-Kapitalismus überlebte, ist Zeugnis dieser Medien – Doppelgesichtigkeit seiner Herrschaft. Er hat auch all die Jahre überstanden, weil für die Armen der geschundenen Welt Lateinamerikas seine Herrschaft bis heute ein Hoffnungsschimmer ist. Kuba ist zu wünschen, dass es einen Ausgang findet aus der Sackgasse, in der es jetzt steckt.
Hasta la victoria Siempre! - (Bis zum immer währenden Sieg!)
(1) Der Spiegel Nr. 8 vom 18.2.2008, S.118ff
(2) Vorarlberg-Online
http://www.vol.at/news/politik/artikel/castro-ruecktritt-bush
(3) FTD Dossier: Fidel Castros Rückzug läßt USA kalt http://www.ftd.de/politik/international/
(4) siehe (3)
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Sehr guter Artikel! Habe vereinzelt auch in der Blogosphäre über Castro’s angeblichen Rücktritt gelesen, konnte es aber kaum glauben.
Die heuchlerische Doppelmoral der Bush-Administration hast Du gut angesprochen.
Gruß
tom
Hallo Tom ,
vielen Dank für Deinen Kommentar.Und Danke für das Lob.Ob ich natürlich 100% richtig liege oder nicht , sei dahin gestellt.Zudem bin ich auch kein Ausgewiesener Kuba Experte.Aber ich denke das ich diese Meinung nicht alleine teile ,was die Bush Administrative angeht.Und wenn man sich näher mit den einzelnen Facetten , rund um das Weltgeschehen befasst und auch Zusammenhänge einordnen kann , sollte es auch glaube ich so sein wie geschrieben
mfg Dirk
[...] http://suboptimales.wordpress.com/2008/02/21/fidel-castro/ [...]